Sanierungsarbeiten Häusener Kran 2020

Am 29.04.20 fand ein Ortstermin am „Häusener Kran“ in St. Goarshausen statt, den auch der Förderverein wahrnahm. Aktueller Anlass war die Terminierung der Sanierungsarbeiten. Im Juli dieses Jahres wird das Baugerüst gestellt. Danach soll´s losgehen.

Damit findet eine über 20-jährige Hängepartie um die Sanierung des historischen Portaldrehkrans ihren hoffentlich positiven Ausgang.

Der Förderverein hatte zwischen 1999 und 2002 nach Stilllegung des Krans durch die Fa. Rhenus dessen Unterschutzstellung als Industriedenkmal erreicht und erklärte sich in Ermangelung eines anderen Interessenten bereit, den Kran als Denkmal, mit staatlicher Unterstützung, zu übernehmen. Leider sah sich alsbald das Land RLP nicht in der Lage, eine vom WSA (Wasser-und Schifffahrtsamt) geforderte Bürgschaft für den Verein zu leisten. Der nun drohende Abriss des Krans konnte 2005 durch massive Öffentlichkeitsarbeit unter Einschaltung der UNESCO-Welterbekommission verhindert werden. Auch in den Folgejahren war der Verein weiterhin zur Übernahme bereit und erarbeitete 2009 ein von der GDKE(Generaldirektion kulturelles Erbe) eingefordertes Nutzungskonzept, welches teilweise in die aktuelle Sanierungsstudie einfloss. Nach langem hin und her entschied die Fa. Rhenus 2013, weiterhin im Eigentum des Krans zu verbleiben und mit dem Förderverein als Betreiber des Denkmals zusammenzuarbeiten. Diese Position hielt allerdings nur drei Jahre. Danach verkündete Rhenus eine neue Entscheidung:

Die Suche nach einem neuen Eigentümer sollte jetzt Vorbedingung zum Einstieg in die Kransanierung sein. Ein Jahr später 2017 erklärte sich sodann die Entwicklungsagentur EA / RLP bereit, den Kran nach dessen Restaurierung zu übernehmen. An einer Zusammenarbeit mit dem Förderverein war die EA nicht interessiert. Sie erklärte Anfang 2018 sinngemäß, in Zukunft am Kran ohne Einbindung des Fördervereins planen zu wollen. Konsequenterweise verhinderte sie dann auch den Erwerb des Pumpenhauses in Nachbarschaft des Krans durch den Förderverein. Dieses Häuschen sollte dem Förderverein gleichsam als Zeughaus zum Betreiben des Krans dienen.

Somit endete eine wenn auch schwierige aber seitens des Vereins stets praktizierte Zusammenarbeit mit den örtlichen und überörtlichen Institutionen zum Thema Kran unerwartet abrupt. Diese Behandlung durch eine Institution des Landes RLP hat der Förderverein Häusener Kran e. V. nicht verdient, betrachtet man sein über 20-jähriges ehrenamtliches Engagement.

Wie wird der Häusener Kran nun restauriert?

Vom ehemaligen Nutzungskonzept des Vereins bleibt da wenig übrig. War in den Antragsunterlagen zum Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes als Restaurierungsziel noch formuliert, dass die Restaurierung „späteren, ggf. weitergehenden Nutzungen nicht entgegenstehen“ soll und dass die „ Wiederherstellung des gepflegten Gebrauchszustandes“ und die „ Bewahrung des realtypischen Gesamteindrucks eines technischen Kulturgutes“ im Rahmen der musealen Nutzung erreicht werden soll, was durchaus dem Vereinskonzept entsprochen hätte, so kann man jetzt davon ausgehen, dass eine vom Verein bevorzugte Präsentation als teilweise bewegliches Denkmal schon allein durch die endgültige Trennung von der Energieversorgung gestrichen wurde.

Kran, Kranbahn und Zubehör bilden eine denkmalgeschützte Einheit, ein Ensemble.

Dies spielt anscheinend bei der Restaurierung keine Rolle mehr. Es gibt Planungen, die Kranbahn zu entsorgen, den Kabelkanal zu verfüllen, die 10 denkmalgeschützten Zubehörteile, wie Setzmulden, Schaufeln und Kralle bis auf drei Teile zu verschrotten und das Pumpenhaus abzureißen – eine nicht so erfreuliche Bilanz für den Verein und den Denkmalschutz- , jedoch der Kran als Landmarke am Strom scheint wenigstens gerettet.

Dies gilt es zu feiern, am Ende der Restaurierung, voraussichtlich Mitte 2021.

Bis dahin wird der Förderverein die Sanierung aufmerksam begleiten und bietet auch weiterhin seine Unterstützung an.

Gez. J. Dohm
(Vorsitzender)

Sanierung Häusener Kran

Rund 20 Jahre nach Stilllegung des historischen Hafenkrans in St. Goarshausen lässt die Sanierung des Industriedenkmals immer noch auf sich warten.

Nach jahrelangen schwierigen Verhandlungen stehen seit drei Jahren Fördermittel zur Verfügung. Eigentlich sollten die Arbeiten am Kran bereits 2018, spätestens jedoch 2019 abgeschlossen sein. Diese zeitlichen Verzögerungen bergen die Gefahr, dass die mühsam generierten Fördergelder verfallen könnten.

Gegen Ende 2019 stellte sich nach Abschluss der überlangen Projektplanungsphase und anschließender Ausschreibung der Maßnahme heraus, dass die zur Verfügung stehenden Fördermittel nicht ausreichen, um die Kostensteigerungen der letzten drei Jahre aufzufangen. Somit muss ein überarbeiteter Kostenrahmen von den Trägern der Sanierungsmaßnahme neu genehmigt werden.

Jedenfalls ist der Förderverein Häusener Kran in großer Sorge, dass nach 20 Jahren unermüdlichen Einsatzes des Vereins zur Rettung des 102 Jahre alten Hafenkrans am Ende dessen Sanierung wieder in Frage stehen könnte.

Es erscheint dem Förderverein absolut unverständlich, dass sich die Umsetzung der seit Jahren beschlossenen Sanierung derart lange hinzieht, während in Sichtnähe des Krans das Loreleyplateau mit Millionenaufwand in Windeseile komplett umgestaltet wurde. Offenbar wirkte auch nicht beschleunigend, dass sich die Entwicklungsagentur (EA) Rheinland-Pfalz bereits vor zwei Jahren bereit erklärte, den Kran 2018 nach dessen Fertigstellung von der Fa. Rhenus zu übernehmen.

Weder Sanierung noch Eigentumsübertragung sind bisher realisiert.

Dabei könnte der Kran im Rahmen der Neugestaltung des Rheinvorgeländes bei der Bundesgartenschau 2029 eine herausragende Rolle spielen. Hierzu müssten allerdings schnellstens die notwendigen Schritte zur Projektumsetzung in die Wege geleitet werden. Deshalb appellieren wir an die Sanierungsträger, die Erhöhung der Fördersumme zügig zu genehmigen und die ausführenden Firmen mit den Arbeiten zu beauftragen. Eventuellen Versuchen, in letzter Sekunde die denkmalschützerische Maßnahme zu verhindern muss eine deutliche Absage erteilt werden. Um derartige Szenarien zu verhindern, wird der Förderverein Häusener Kran weiterhin seinen Einsatz zur Rettung des Häusener Krans offensiv wahrnehmen.

Bedenklich stimmt, dass die Entwicklungsagentur RLP seit Februar 2018 jede Zusammenarbeit mit dem Förderverein grundlos verweigert und dessen Engagement zur Entwicklung des Rheinvorgeländes bislang bewusst erschwerte. Eine Würdigung jahrelanger denkmalschützender Aktivitäten eines ehrenamtlichen Vereins zum Erhalt kultureller Güter in Rheinland-Pfalz könnte anders aussehen.

Trotz allem geht die unendliche Geschichte um die Rettung und Restaurierung des einzigen am Mittelrhein noch existierenden denkmalgeschützten Portaldrehkrans von 1917 auch 2020 in die nächste Runde.

Gez. Jochen Dohm (Vorsitzender)